QR-Codes richtig einsetzen

Sie begegnen uns auf Plakaten, in Anzeigen, auf Postwurfsendungen und in Prospekten – QR-Codes sind aus der Werbung kaum noch wegzudenken. Immer mehr Unternehmen setzen die Codes, die in ihrer grafischen Ästhetik fast schon wie kleine Kunstwerke wirken, in Werbemitteln ein. Laut aktuellen Untersuchungen greifen bislang aber nur wenige Menschen per Smartphone auf die sich hinter den Codes verbergenden Informationen (z.B. Weblinks) zu. So sollen Quick Response Codes in Printanzeigen durchschnittlich (nur) von etwa 4% der Leser gescannt werden. Angesichts solcher Zahlen drängt sich die Frage auf, wie QR-Codes in der Werbung so eingesetzt werden können, dass sie einen Mehrwert (gegenüber dem Verzicht auf die Codes) bieten.

Monika Monzel, Mitglied der Geschäftsleitung von AdCoach (http://www.adcoach.de/), nennt 10 Strategien, wie QR-Codes die Wirkung von Werbung steigern können:

1. Der „Convenience“-Code
Er bietet schlichtweg einen schnellen Zugriff auf weiterführende Informationen im Web und ist die derzeit häufigste Erscheinungsform von QR-Codes in der Werbung. Wer es nicht mit hoch involvierten Zielgruppen zu tun hat, die gezielt nach weiteren Informationen suchen, sollte den Code aber nicht isoliert einsetzen, sondern ihn mit einem besonderen Anreiz kombinieren (s. hierzu die Strategien 3, 4, 5, 7 bis 10).

2. Der „Eye-Catcher“-Code
Dieser QR-Code ergänzt nicht das Werbemotiv, er ist das Werbemotiv. Hierfür wird der Code übergroß im Zentrum des Werbemittels (oder an einer anderen prominenten Stelle) platziert. Manchmal reicht dies schon, um die Neugier des Betrachters zu wecken. Idealerweise wird er aber mit einer aktivierenden Headline (z.B. einer provozierenden Frage) kombiniert. Besonders stark ist die Wirkung auf großformatigen Werbemitteln (z.B. Riesenpostern).

3. Der „Gewinnspiel“-Code
Dieser QR-Code übernimmt die Funktion einer Losnummer (z.B. in einem Gewinnspielflyer) und aktiviert den „Spieltrieb“ ähnlich wie Rubbelfelder. Aber auch hier gilt wie bei allen Gewinnspielaktionen: Die Teilnahmebereitschaft der User steigt mit der Attraktivität der Gewinne sowie den offensichtlichen Gewinnchancen.

4. Der „Vorteils“-Code
Der Code ermöglicht den Zugriff auf Exclusiv-Informationen, die anderen Menschen nicht zugänglich sind. Auf diesen „VIP“-Bonus sollte in der Werbung auf jeden Fall prominent hingewiesen werden.

5. Der „Auswahl“-Code
Hier werden gleich mehrere Codes nebeneinander platziert. Dies fällt selbst flüchtigen Lesern auf und setzt ein deutliches Signal, dass für unterschiedliche Interessenlagen unterschiedliche Informationsangebote bereit stehen. Vorbei schaun‘ lohnt sich also.

6. Der „Image“-Code
Dieser Code hat eigentliche keine besondere Funktion, außer den schnellen Zugriff auf die Firmenwebsite. Stimmig und harmonisch in das Werbedesign integriert, sendet er jedoch eine eigenständige Botschaft aus: „Wir sind innovativ und nutzen moderne Kommunikationstechniken.“ Unternehmen, die sich „Innovationsgeist“ auf die Fahne geschrieben haben, sollten überlegen, ob Sie unter Imageaspekten auf die Codes überhaupt (noch) verzichten können.

7. Der „Rabatt“-Code
Wie der Vorteils-Code, jedoch in Form eines geldwerten Vorteils. In der konkreten Umsetzung kann der QR-Code entweder auf eine Website leiten, die „physische“ (druckbare oder digitale) Rabattcoupons enthält, oder selbst die Funktion eines Rabatt-Codes übernehmen, der am Point of Sale eingelöst wird.

8. Der „Voting“-Code
Ihre Meinung ist gefragt, bitte! Viele Menschen möchten gefragt werden, wenn es um wichtige Dinge geht, manche einfach auch nur so. Die Möglichkeit, an einem Voting teilzunehmen, ist für viele Anreiz genug, sich mit der Werbung zu beschäftigen. Der Voting-Code führt den User auf eine Website, auf der für oder gegen eine Sache abgestimmt werden kann. Wichtig ist die Kombination mit einem motivierenden Appell („Jetzt abstimmen. Es geht um ….“) oder die Inaussichtstellung einer attraktiven Belohnung („Stimme abgeben und gewinnen …“). Eine Variante ist der „Mafo“-Code. Hier gelangt der User auf eine Website, die Marktforschungszwecken dient. Mehr noch als beim Voting ist hier ein starker Anreiz nötig, der zur Beteiligung an der Umfrage motiviert.

9. Der „Viral“-Code
Der Code führt zu einer „mitreißenden“ Story, einem tollen Bild oder einer News, die so heiß ist, dass man sie unbedingt mit Freunden oder Kollegen teilen muss. Wichtig ist auch hier ein aktivierender Hinweis für den Leser, z.B. „Psst …“ oder „Nicht weitersagen!“.

10. Der „Surprise“-Code
Lass‘ dich überraschen! Im Zentrum der Werbung steht ein (aus Zielgruppensicht) verblüffendes Rätsel oder ein großes Geheimnis, dessen ersehnte Auflösung nur über den Code erreichbar ist.
(Beispiel: Der „Cliff Hanger“ einer in der Zielgruppe beliebten TV-Serie wird genutzt, um die Menschen mit Insider-Informationen über die Fortsetzung der Serie zu versorgen).

 

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